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Informationen zur Deutschland Lagerland Demo am 24.Mai 2003 in München

Am 24.05.2003 fand die Demonstration Deutschland Lagerland von res publica , Bayerischem Flüchtlingsrat , Interkulturellem Forum , Karawane München und Münchner Flüchtlingsrat  mit den zentralen Forderungen Abschiebelager abschaffen , Abschiebungen stoppen und Recht auf Bleiberecht in München statt. 800 DemonstrantInnen trugen einen großen, bunten, lauten Protest gegen die Missachtung der Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen auf die Straßen Münchens.

Aktionstag "Deutschland Lagerland" voller Erfolg
Aktionstag "Deutschland Lagerland" voller Erfolg Bayerischer Flüchtlingsrat Interkulturelles Forum Karawane München Münchner Flüchtlingsrat res publica Pressemitteilung 24.05.2003
Aktionstag "Deutschland Lagerland" voller Erfolg

Achthundert TeilnehmerInnen demonstrierten mit Bayerischem Flüc ...

Fotos vom 24.Mai 2003 (München)
Bilder von der Demonstration 'Deutschland Lagerland'
am 24.05.2003
in München
Hochaufgelöste Version (300 dpi 250kb)




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Redebeitrag: Die Situation von Flüchtlingen in Deutschland
Die Situation von Flüchtlingen in Deutschland Akakpo Dossou Karawane München 24.05.2003 Die Situation von Flüchtlingen in Deutschland
Redebeitrag zur Demo "Deutschland Lagerland" am 24.05.2003 in München (Übersetzung)
Das Leben der Flüchtlinge in Deutschland ist sehr chaotisch. Sie sind aus ihren L&au ...

Redebeitrag: Abschiebelager abschaffen!
Abschiebelager abschaffen! Markus Schuler Karawane Nürnberg 24.05.2003
Abschiebelager abschaffen!
Redebeitrag zur demo "Deutschland Lagerland" am 24.05.2003 in München
"Ausreisezentrum" ist kein Begriff aus der Tourismusbranche. Was nach Palmenstrand und Urlaubsreise klingt ist ein weiteres Bindeglied in der l ...

Redebeitrag: Abschiebungen stoppen - Recht auf Bleiberecht!
Abschiebungen stoppen - Recht auf Bleiberecht! Mamah Idowou Präsidentin der Vereinigung der togoischen Frauen in Deutschland 24.05.2003
Abschiebungen stoppen - Recht auf Bleiberecht!
Redebeitrag zur Demonstration "Deutschland Lagerland" am 24.05.2003 in München
Sehr geehrte Damen und Herren
liebe Anwesende
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Redebeitrag: "Deutschland Lagerland" ist unser Motto
"Deutschland Lagerland" ist unser Motto Matthias Weinzierl Bayerischer Flüchtlingsrat 24.05.2003
"Deutschland Lagerland" ist unser Motto
Abschlußrede für die VeranstalterInnen (1) der Demo "Deutschland Lagerland" am 24.05.2003 in München
Liebe Freunde und Freundinnen
Liebe Mitstreiter ...

Flugblatt zur Demo "Deutschland Lagerland"
Das gemeinsame Flugblatt von Bayerischem Flüchtlingsrat Interkulturellem Forum Karawane München Münchner Flüchtlingsrat und res publica mit dem Hintergrund zur Demo und dem detaillierten Programm ...

Aufruf zur Demo 24. Mai 2003
Deutschland Lagerland:
Aufruf zur Demonstration gegen Abschiebung Abschiebeknäste Abschiebelager in München
24.5.2003
10.00 Uhr
Stachus ...

Zum Hintergrund der Demonstration Deutschland Lagerland :

Die Situation von Flüchtlingen in Deutschland

Flüchtlinge in Deutschland haben kaum mehr die Chance, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Sie sind von der Gleichbehandlung aller Menschen und von einer eigenständigen Lebensplanung ausgenommen. Sie haben keine Möglichkeit, nach ihrer oft jahrelangen Flucht vor Verfolgung, Armut, Hunger oder fehlenden Lebensperspektiven zur Ruhe zu kommen.

Mit der Ankunft beginnt ihre Odyssee durch die bundesdeutschen Lager: Die restriktive Flüchtlingspolitik zwingt sie über die „zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber“ in die „Gemeinschaftsunterkünfte“. Diese Lager sind meist umzäunte Containerunterkünfte oder ehemalige Kasernen in den Außengebieten oder fernab der Städte, die die Insassen von der übrigen Bevölkerung isolieren. Rigide Hausordnungen, häufige Kontrollen und private Sicherheitsdienste begünstigen rassistische Übergriffe. Die Flüchtlinge fristen dort ihr Dasein, ohne Privatsphäre, auf engstem Raum (in der Regel vier Personen auf 15 m²), häufig ohne Kontakte nach außen, die ihnen bei Sprachproblemen oder zum Verständnis des deutschen Rechtssystems behilflich sein könnten. Gefangen in den Landkreisgrenzen, ohne Arbeitserlaubnis, versorgt mit Sachleistungen und einem minimalen Barbetrag von 40 Euro monatlich warten sie auf den Bescheid über ihren Asylantrag. Fällt er negativ aus, werden sie unverzüglich abgeschoben, mit einem eventuellen Zwischenstopp in der Abschiebehaft; genau in die Länder, aus denen sie schutzsuchend nach Deutschland geflohen sind.

Flüchtlinge, die nicht sofort abgeschoben werden können, weil z.B. die Herkunftsländer sie nicht „zurücknehmen“ oder ihnen keine Papiere ausstellen wollen, befinden sich in einer teilweise über Jahre dauernden Situation der Ungewissheit und Perspektivlosigkeit. Für sie wurde das Instrument der Abschiebelager geschaffen, die im Behördenjargon zynisch „Ausreisezentren“ genannt werden.

Abschiebelager abschaffen

„Ausreisezentren“, die nicht umsonst auf den zweiten Platz des Unworts des Jahres 2002 gewählt wurden, geben den Ausländerbehörden die Möglichkeit, Flüchtlinge zur Ausreise zu zwingen, selbst wenn tatsächliche Abschiebehindernisse vorliegen. Wie das funktioniert, erklärt Lagerleiter Christoph Hammer (Abschiebelager Fürth): „Wenn man so will, dann kann man es als Zermürbetaktik bezeichnen“. Und nach Aussagen des bayerischen Innenministers Günther Beckstein dienen die neuen Abschiebelager dazu, Panik unter den Flüchtlingen zu verbreiten. Selbst einige deutsche Gerichte sprechen im Zusammenhang mit Abschiebelagern von illegitimen Beugemaßnahmen, die mit der unverletzlichen Freiheit der Person nach Art. 2 GG nicht vereinbar sind.

Die Zermürbungsinstrumente im Abschiebelager Fürth:

  • Beschränkung der Bewegungsfreiheit der Flüchtlinge auf das nahe Umfeld des Lagers
  • Leben hinter Gittern
  • regelmäßige Verhöre
  • Bewachung und Kontrolle durch private Sicherheitsdienste
  • Botschaftsvorführungen
  • Entzug des Barbetrags (40,- Euro monatlich)
  • striktes Arbeitsverbot
  • tägliche Lebensmittelrationen zur Sicherstellung der Anwesenheit
  • Zimmerdurchsuchungen
  • Meldepflichten
  • Anwesenheitskontrollen

Abschiebungen stoppen - Recht auf Bleiberecht

Das Ende der Hoffnungen von Flüchtlingen auf persönliche Freiheit und Sicherheit, auf eine Lebensperspektive frei von Verfolgung, Armut und Hunger ist die Abschiebung. Häufig werden Flüchtlinge in den frühen Morgenstunden in Abschiebehaft genommen, direkt zum nächsten Flughafen verfrachtet und abgeschoben, in aller Stille, in einer Nacht- und Nebelaktion. Im Falle von Widerstand geschieht dies mit Hilfe von speziellen Fesselungsgurten, Schutzhelmen und Beruhigungsmitteln. Wer sich zur Wehr setzt, muss mit brutaler Gewalt durch deutsche Bundesgrenzschutz-Beamte rechnen, die bereits mehrfach tödlich endete. Familien werden dabei auseinandergerissen, Kinder, Ehemänner und Ehefrauen bleiben alleine zurück, erst später erfahren sie vom Schicksal ihrer Angehörigen.

Am 3. März 2003 wurden in einer gemeinsamen Großaktion von deutscher und französischer Polizei 55 Flüchtlinge aus dem Senegal und der Elfenbeinküste abgeschoben. Durch die unmenschliche Behandlung starb ein Senegalese, eine schwangere Frau erlitt einen Abgang.
(African Times)
In München laufen die Abschiebungen von TogoerInnen und ÄthiopierInnen auf vollen Touren. Alle abgelehnten Flüchtlinge werden durch das Kreisverwaltungsreferat in Kollaboration mit den Botschaften einem wachsenden Druck ausgesetzt, Deutschland zu verlassen. Am 8. Februar traf es Frau Dikewu, die zwei Tage vor Ihrer Heirat abgeschoben wurde.
(Süddeutsche Zeitung)
 

Mit unserer Demonstration am 24. Mai 2003 tragen wir einen großen, bunten, lauten Protest gegen die Missachtung der Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen auf die Straßen Münchens. Denn die Rechte aller Menschen auf Freiheit, Gleichheit und auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde lassen sich nicht erbetteln. Wir müssen sie gemeinsam erkämpfen!

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